Mut

Ich möchte diesen Beitrag mit dem folgenden Zitat einleiten:

„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als Angst.“

Zitat: Eleanor Roosevelt

Lassen Sie das Zitat ein bisschen auf sich wirken.

Wenn wir das Wort Mut hören, haben wahrscheinlich viele von uns etwas Heroisches im Sinn. Sich mutig in eine Schlacht stürzen und sein Leben für die Freiheit oder Gerechtigkeit riskieren. Das ist aber nicht gemeint. Keiner von uns muss sein Leben riskieren um Mutig zu sein. Wenn es nur darum ginge, läge die Messlatte für Mut sehr hoch und viele von uns würden es in ihrem gesamten Leben wahrscheinlich nie schaffen, mutig zu sein.

Ich möchte mit Ihnen über den „Alltags-Mut“ sprechen. Jeder von uns kennt die kleinen und großen Hürden im Leben, welche uns manchmal Angst machen, welche nicht gleich unser Leben bedrohen aber dennoch beängstigend sind.

Das sind die Dinge, welche uns alle verbinden. Jeder kennt die ein oder andere Situation aus seinem Alltag, welche ein bisschen beängstigend ist. Sei es eine Prüfung, ein Vortrag, ein wichtiges Telefonat, eine Bergwanderung, ein Gespräch mit dem Chef über mehr Gehalt, ein klärendes Gespräch mit einem Freund über einen Streit, etwas in der Beziehung oder der Familie. Jeder von uns kennt Situationen welche uns ein bisschen mehr oder auch weniger Angst machen. Hier haben wir die Chance zu erkennen, dass es neben unserer Angst noch etwas Anderes gibt, ein höheres Ziel, eine höhere Moral, etwas Lohnenswertes wofür es sich lohnt seinen Mut zusammen zu fassen und das Ganze anzugehen.

Natürlich mag keiner von uns das Gefühl der Angst. Das Gefühl, gelähmt zu sein, der Situation ausgeliefert. Wir versuchen dieses unangenehme Gefühl so gut es geht zu vermeiden und ihm zu entfliehen.

Aber es geht darum uns selbst treu zu sein und durch diesen „Alltags-Mut“ für unsere Werte und Vorstellungen einzustehen. Und diesen Mut können wir erlernen. Es ist nicht etwas von Gott gegebenes, dass einige Menschen haben und andere nicht, nein es ist für jeden Menschen erlernbar.

Es gilt die kleinen Schritte zu erkennen, zu gehen, wertzuschätzen und den Samen des Mutes von Mal zu Mal wachsen zu lassen.

Es erfordert Mut die Wahrheit zu sagen, vor allem, wenn Sie jemand anderes im ersten Moment verletzen könnten.

Es erfordert Mut seinen Standpunkt zu vertreten, vor allem, wenn man damit erst einmal alleine ist.

Es erfordert Mut sich vor eine Gruppe zu stellen, einen Vortrag, eine Präsentation oder eine Rede zu halten und sich den Urteilen der anderen hinzugeben.

Es erfordert Mut NEIN zu sagen, wenn man etwas nicht möchte oder etwas gegen die persönlichen Werte und die Moral verstößt.

Es ist Mutig für sich, seine Gefühle und Bedürfnisse einzustehen, diese zu respektieren, wertzuschätzen und zu verteidigen.

So bleibt es wie die Angst eine sehr individuelle Sache mit unserem Mut. Jeder von uns hat unterschiedliche Ängste und kann an unterschiedlichen Situationen seinen Mut trainieren und mehren.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei, mit kleinen Schritten Ihren Mut zu mehren und ein immer selbstbestimmteres Leben aus vollem Herzen zu leben.

Alles Gute

Euer Pierre Alexander Hilbig